Mainz - Der Wahlkampf um den Oberbürgermeisterstuhl und die Kandidaten werden dankbares Thema in der kommenden Fastnachtskampagne sein.
Die politischen Redner feilen an ihren Vorträgen. Dieter Jäger, Protokoller beim Mainzer Carneval-Club (MCC): "Das ist eine einmalige Chance für die Fastnacht, zumal die OB-Wahl im März ja auch so zeitnah ist. Ich komme an dem Thema gar nicht vorbei."
Hans-Peter Betz, GCV- und Fernsehsitzungspräsident, wird das Thema "auf jeden Fall" in seinen Vortrag als "Guddi Gutenberg" aufnehmen. "Der Rücktritt des Oberbürgermeisters ist ja die Ursache für die Neuwahl. Und jetzt haben wir Kölner Verhältnisse: Ein Dreigestirn aus Ebling, Beck und Augustin."
Auch bei MNC-Protokoller Florian Sitte werden Beutel-Rücktritt und -Nachfolge Wahlkampf-Thema, aber "nicht der Hauptkampfplatz" sein. Er werde sich mehr der Stadtpolitik, den Finanzen, der Hundesteuer und so weiter annehmen, als bestimmten Personen. "Ich habe aber noch keinen Strich fürs Protokoll gemacht. Man sammelt ja immer. Und jetzt warte ich drauf, dass mir am Neujahrswochenende die Eingebungen nur so sprudeln."
Bei Rüdiger Schlesinger, dem "Advokaten des Volkes" vom CCW wird die OB-Wahl zwar bestimmt eine Rolle spielen, jedoch eine eher untergeordnete. "Weil wir Redner auch im weiteren Umland auftreten, darf der Vortrag nicht zu Mainz-spezifisch sein." Er werde einen Rückblick und eine Vorschau geben. Da werde die OB-Wahl bestimmt vorkommen. Aber wie genau, weiß er noch nicht.
Zurückhaltung auch beim "Boten vom Bundestag" Jürgen Dietz (MCV) oder "Till" Friedrich Hofmann vom MCC, die sich beide traditionell eher überregionalen Themen widmen. Dietz: "Der Mainzer OB-Wahlkampf gibt bundesweit nicht viel her." Urteile oder Beleidigungen lägen ihm ohnehin nicht und "diese ganze Beutel-Geschichte kann ja auch keiner mehr hören". Stattdessen werde der "Bote" Überraschendes, Hintergründiges und Positives über Mainz verkünden, verrät Dietz. Hoffmann weiß noch nicht, ob er den Mainzer Wahlkampf überhaupt aufnimmt.
Markus Höffer-Mehlmer (Meenzer Drecksäck), der zum Grünen-Beraterkreis von Günter Beck gehört, will den Wahlkampf in seinem Vortrag allenfalls in einer Nebenbemerkung erwähnen. "Ein Loyalitätsproblem habe ich dabei nicht, weil man oft über das am herzhaftesten lacht, was einem am nächsten liegt."
Fastnachts- und Kabarett-Legende Herbert Bonewitz meint: "Ich hätte mich aus der OB-Wahl herausgehalten. Aber jedem Narr gefällt sei' Kapp, jedem Drecksack gefällt sein Drecksack. Und es herrscht ja Narrenfreiheit."
Von unserem Redakteur Jochen Dietz