Gonsenheim - Die Mainzer Garden können dem Aufruf, an den Anti-Fluglärmdemos in Uniform und mit Musik teilzunehmen, nicht folgen. Das erklärt Wolfgang Oepen, Chef der Gonsenheimer Kleppergarde. Ihn ärgert der Aufruf der SPD an die Garden, sich den Bürgerinitiativen (BI) im Kampf gegen den Fluglärm im Frankfurter Terminal anzuschließen.
Im Protest gegen den Fluglärm seien sich alle Mainzer einig, so Oepen. Sicherlich könnten sich deshalb auch Motivwagen oder Büttenreden dieses Themas annehmen. Es sei aber etwas völlig anderes als Garde in Uniform bei einer Demo auf dem Flughafen mitzumachen. Auftrag der Mainzer Garden sei es traditionell, die Fastnacht durch Organisation der Aktivitäten zu kanalisieren und ein geordnetes Fest zu gestalten, erinnert Oepen.
"Ich bitte die Mainzer Bürgerinitiativen, die Garden da herauszuhalten. Das hat mit Narrenfreiheit wirklich nichts zu tun, sondern wäre nur noch peinlich." Er erinnert an eine Gerichtsverhandlung, wo Fluglärmgegner mit Konfetti um sich warfen, "den Kasper machten", bis der Richter den Saal räumen lassen musste. Die Fastnacht könne und dürfe sich weder politisch noch gesellschaftlich vereinnahmen lassen. "Wenn Vertreter einer BI sich in der Fastnacht nicht auskennen, ist das verzeihlich. Aber von der Mainzer SPD müsste man erwarten können, dass sie sich mit Brauchtumspflege in dieser Stadt auskennt. Aber offenbar war der Populismus bei Herrn Sucher nicht zu bremsen."
Die Mainzer Garden sollten allen Versuchen widerstehen, sich von Parteien und Interessengruppen jedweder Couleur instrumentalisieren und vor irgendeinen Karren spannen zu lassen.
Von unserem Redakteur Jochen Dietz