Asbach - Die Gründerväter des Club Gemötlichkeit hätten sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass der Karneval in Asbach auch noch 111 Jahre später, nachdem der Grundstein für die Karnevalsgesellschaft gelegt wurde, so prächtige närrische Blüten treiben würde. Unter dem Motto "Spaß, Humor und Heiterkeit, 111 Jahre Club Gemötlichkeit" stellten die Aktiven des Asbacher Traditionsvereins eindrucksvoll unter Beweis, wie im Jahr 2012 Karneval gefeiert wird.
Eines hatten sich die Männer des Elferrates rund um Sitzungspräsident Heinz-Josef Kick allerdings von ihren Vorfahren abgeguckt: Sie hatten tief in die Klamottenkiste gegriffen und die edlen schwarzen Jacketts des Elferrates von 1901 ausgegraben. Dazu wurde noch eine rote Rose ans Revers gesteckt - und fertig war das historische Outfit, in dem der Elferrat eine wirklich gute Figur abgab. Und während die einen in nostalgischen Erinnerungen schwelgten, erlebten die anderen ein ganz neues Gefühl.
"Wir sind Prinz" verkündeten die Freunde, Familienmitglieder und Nachbarschaft des Prinzenpaares, die als Butler und Hausmädchen beim Einzug der Tollitäten Spalier standen. Der Nachwuchs des Vereins - die Kinderprinzengarde, die Jugendshowtanzgruppe und die Rot-Weißen Funken aus Asbach - stellten gleich zu Beginn der Sitzung ihr Können unter Beweis. Bei tollen Gardetänzen sprang sofort der sprichwörtliche Funke auf das gut gelaunte Publikum über. "Wenn du Prinz wirst, dann gehen wir in die Bütt", hatten einst Andrea Brunnett und Vivian Busch vollmundig Prinz Stephan versprochen. Jetzt lösten sie ihr Versprechen ein und nahmen nicht nur die "Raucher-Lounge" des Prinzen auf die Schippe, sondern auch die Möhnen und den Elferrat. Außerdem verkündeten die beiden charmanten Plaudertaschen: "Das Ordnungsamt geht am Rosenmontagszug mit Gartenscheren gegen Wildpinkler vor."
Die Asbacher Jecken zogen so manche Überraschung aus dem Ärmel. Wie etwa die Kinder des Prinzenpaars, die auf der Bühne mit einem eigenen Tanz brillierten, oder der Elferrat, der gemeinsam mit dem Küchenteam als "Zwerge aus dem Zauberwald" begeisterte. Dann war da noch Daniel, der "Brad Pitt aus dem Osten". "Ich mach' keine Witze über die CDU, wenn der Bürgermeister die Zeche für diesen Abend zahlt", richtete sich der sächselnde Büttenredner an Ortsbürgermeister Franz-Peter Dahl. Bei der Sitzung bekam jeder sein Fett weg - selbst Prinz Stephan wurde nicht verschont. Der Asbacher Bauchredner Alois Mayer machte aus dem närrischen Regenten kurzerhand eine Bauchrednerpuppe und legte ihm manch peinliche Geständnisse in den Mund. Von der tollen Stimmung im Asbacher Bürgerhaus war sogar der Clown mit der Trompete, Bruce Kapusta, ganz angetan. Als rot-weiße Clowns boten ihm die Asbacher Möhnen die perfekte Kulisse für seinen Auftritt. Heimische Kräfte und Größen aus dem rheinischen Karneval gaben sich in Asbach die Klinke in die Hand. Da begeisterte die hiesige Prinzengarde genauso wie die "hellige Knäächte un Mägde" aus Köln.
Von unserer Mitarbeiterin Beate Christ