Wo in Mainz House aufs "heile, heile Gänsje" trifft

Gonsenheim - Sägen, Hämmern, Schrauben - die Vorbereitungen für die zweite Mainzer Stehung des Gonsenheimer Carneval-Vereins (GCV) laufen auf Hochtouren. Anfang Januar hat für Thomas Becker und Andreas Burkard die heiße närrische Phase begonnen. Die beiden "Schnorreswackler" rufen in diesem Jahr zum zweiten Mal die Revolution der Saalfastnacht aus.

  • Nein, am Stuhl der Mainzer Sitzungsfassenachtstradition sägen Andreas Burkard (links) und Thomas Becker nicht. Sie betrachten die zweite Mainzer Stehung vielmehr als eine Bereicherung der Saalfassenacht und als Angebot vor allem für die jüngeren Fans.

    (Foto: Harry Braun)

Am 9. Februar stehen die Narren wieder.

"Vor zwei Jahren war es eine spontane Bieridee", gibt GCV-Mitglied Thomas Becker zu. Eine Sitzung ohne Stühle und dafür die Musiker der Mainzer Fastnacht in den Mittelpunkt rücken. Ein närrisches Konzert - geht das in der politischen Fastnachtslandschaft von Meenz? Scheinbar ja, denn 2011 war die Gonsenheimer Turnhalle ausverkauft. 2012 sind zwei Drittel des Kartenkontingents für die zweite Stehung auch schon weg.

Nach dem ersten Jahr gehen die beiden Fastnachter die Organisation schon etwas routinierter an. "Teilweise haben wir uns bei so viel Aufwand schon gefragt, auf was wir uns da bloß eingelassen haben", erinnern sich Becker und Burkard. Die Vorarbeit für die Stehung 2012 seien schon viel eingespielter. "Wir können viel besser delegieren", lachen die beiden.

Den Jüngeren etwas Neues bieten, über die Grenzen der Vereine hinaus zusammenarbeiten. Das seien ihre Gedanken gewesen, erklärt Andreas Burkard das Konzept der Stehung. "Vor einer stundenlangen Sitzung schrecken gerade junge Fastnachtsfans zurück", befindet der 33-Jährige.

Becker und Burkard beteuern, nicht an der Tradition sägen zu wollen. "Wir wollten der Fastnacht etwas Gutes tun, die Tradition weiterdenken", sagt Burkard. "Die Stehung ist keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung für die traditionelle Saalfastnacht", ist sich Becker sicher.

Nicht nur die Gäste, auch die Akteure der Premiere seien total begeistert gewesen. "Alle sind bis zum Finale geblieben und das obwohl es bei uns keine Gage gibt." Für Schnittchen und das ein oder andere Kaltgetränk sei aber gesorgt, fügt Burkard beruhigend hinzu. Hinter und auf der vierfarbbunten Konzertbühne tummeln sich unter anderem am 9. Februar die Dudelsackspieler "Moguntia Pipes & Drums", "Se Bummtschacks" und Oliver Mager. Das "Heile Gänsje" macht "Ernesto Negro" gesund. Den Tradition-Moderne-Mix macht Ercan Demirel dann mit Housemusik perfekt.

Ob Sitzung oder Stehung, eine Tradition pflegen auch Andreas Burkard und Thomas Becker: "Auch wir rufen Helau!"

Von unserer Mitarbeiterin Julia Eigendorf

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