Willibert Pauels ist neuer Träger des "Goldenen Schärjer" in Neuwied

Neuwied - Willibert Pauels, der bergische Jung, ist neuer Träger des "Goldenen Schärjer". Der Narrenclub aus Neuwied überreichte ihm diese Auszeichnung.

  • Bildergalerie | Neuwied: Verleihung Goldener Schärjer -

Der Abend hatte von allem etwas. Der Narrenclub Grün-Rot Neuwied (NVN) verlieh im Amalie-Raiffeisen-Saal in der Volkshochschule Neuwied wieder einmal die drei höchsten Auszeichnungen des Neuwieder Karnevals. Dabei machte es die Mischung – auf der Bühne und auch unter den Preisträgern. Geschäftsmann, Politiker und Kirchenvertreter trafen aufeinander und feierten als neue Preisträger mit Vertretern vieler Neuwieder Fassenachtsvereine einen lockeren und unterhaltsamen Abend.

Ein festlicher Sektempfang, ein pompöser Einzug des Fanfarencorps der Funken-Rot-Weiß, ein gut gelauntes Prinzenpaar und viele Ehrengäste sorgten für einen gelungenen Auftakt eines Abends, dessen erster Höhepunkt nicht lange auf sich warten ließ. Das Moderatorenteam aus Fredi Winter und NCN-Präsident Hans-Peter Poveleit holte Wolf Schneider auf die Bühne, um die Laudatio auf den neuen Träger des „Ehrenschärjer“ zu halten. Das tat Schneider mit gewählten Worten, beschrieb den Weißenthurmer Manfred Schuth, seines Zeichens Verkaufsleiter Koordination Rhein/Mosel Bitburger Braugruppe, als „Mann mit Leidenschaften“. Der revanchierte sich auf der Bühne dann bei seiner Dankesrede mit einer ganzen Aufreihung an Wortspielen, die sich um den „netten Typen“ rankten, als der er vorgestellt wurde.

Ein echter Neuwieder stand indes als Preisträger im Rampenlicht, als es um die Verleihung des Narrensterns ging. Es schlug die Stunde des Nikolaus Roth, der als neuer Preisträger die erste von gleich mehreren Ansprachen an diesem Abend halten durfte. Doch zuvor zählte Laudator Harald Schröder (Singender Schärjer) das „riesige Engagement an Karnevalissimo“ des Oberbürgermeisters in den Fokus. „Fassenacht fasziniert ihn so sehr, dass es ihm gar nichts ausmacht, die Schlacht ums Rathaus Jahr für Jahr zu verlieren“, lobte er die Einstellung des Stadtchefs. Der musste in seiner Dankansprache nur noch klarstellen, dass seine 50 Vereinszugehörigkeiten nicht etwa allesamt Karnevalsclubs zuzuordnen seien, und dass er die Auszeichnung nur ausgesprochen widerwillig weil unverdient annehme. Letzteres unterstrich Roth mit einer Anekdote eines Bürgermeisters, der sich für nicht vollbrachte Taten feiern ließ.

Eigentlich hätte Roth gleich auf der Bühne verweilen können, wäre die Tanzgruppe der KG Schwarz-Weiß-Gold nicht gewesen, die mit ihrem barocken Showtanz für kurzweilige Unterbrechung sorgte. „Ja ich bin’s wieder“, begrüßte Roth dann gleich darauf sein Publikum und gestand: „Damit ich nicht durcheinander komme, habe ich die Reden durchnummeriert.“ Als Laudator für den „Goldenen Schärjer“ trieb es ihn diesmal auf die Bühne. Er zeichnete ein Bild von Willibert Pauels, das facettenreicher nicht sein könnte: Narr und Prediger, Katholik, Laientheologe und Diakon, Parodist und Sprachgenie, das mit Dialekten spielt. „Ein guter Bischoff wäre er sicher auch geworden, wenn nur das Eine nicht wäre“, spielte Roth anzüglich aufs Zölibat an, das Pauels seinerzeit bewog, den Weg als Priester auszuschlagen und stattdessen Diakon zu werden. „Nur die spannendsten Sachen darf ich nicht machen: Messe halten und Beichte hören“, konterte Pauels in seiner Dankrede. „Dafür darf ich spanende Sachen machen, die Priester nicht dürfen…“ Dann legte der „bergische Jung“, der aus den Bütten des Kölner Karnevals nicht mehr wegzudenken ist, richtig los und lobte Neuwied und seine Karnevalisten über alles: „Fredi Winter: Sommer müsste er heißen! Wie ein strahlender Sommertag!“ und „Welche Stadt kann von sich behaupten, dass sie eine Mauer hat, die schön ist?“ Von Witzen ging’s über in eine kleine Predigt, dann zum Abschluss noch ein Witz, und schon spendierte das Publikum bereitwillig stehende Ovationen, die sich letztlich auch auf den Rest des unterhaltsamen Abendprogramms bezogen: Eine feurig-musikalische Show mit Harry & Chris, und zwei Gesangseinlagen von Rudi Claus und dem Singenden Schärjer Harald Schröder.

von Andrea Niebergall

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