Mayen - So viel Publikum zum wichtigsten Tag in ihrem Leben hatten Hans-Gerd und Uschi Laux nicht zu erträumen gewagt: Die beiden eingefleischten Karnevalisten hatten sich flugs um 10 Uhr das Jawort gegeben, um sich pünktlich zum Sessionsauftakt auf der Bühne am Mayener Markt der Narrenschar zu präsentieren. Hans-Gerd ergriff gleich das Mikrofon. Peter Hermann, Chef der "Alten Großen", unkte: "Dou bess de Mann, und die Frau hat nix mie ze soon." Das hatte natürlich Folgen im frauendominierten, gut 300-köpfigen Publikum ...
Zunächst stimmte Peter Hermann gut gelaunt auf die Mayener Faasenacht ein und freute sich, dass das Konzept, das die "Alte Große" seit fünf Jahren verfolgt, ankommt. Denn mit einem kurzweiligen Programm schaffen es die Karnevalisten, viele Menschen am Elften im Elften auf dem Markt zu vereinen. "Ich bin überwältigt, welch tolle Kulisse hier steht", sagte Hermann.
Die Kräfteverhältnisse im Geschlechterkampf rückte die Stadtchefin höchstselbst zurecht. "Wir Frauen haben doch noch was zu sagen", betonte Veronika Fischer und legte los. Sie endete mit einem Reim, der viel Beifall erhielt.
Elf Böllerschüsse von der Burg gaben den Salut für den neuen Prinzen. Hans IV., genannt Molli, gelang es sogleich, die Herzen der Mayener zu berühren: mit dem Sessionslied und einem Karnevalslied aus dem Jahr 1951. "Molli" erinnerte an eine Zeit, an der "Maye halv kabott woar und trotzdäm Faasenacht jefeiert" wurde.
Thomas Brost