Prinzenthron bleibt öfter leer beim Narrenvolk an Ahr und Rhein

Kreis Ahrweiler - Einmol Prinz zo sin – davon träumen zwar immer noch viele Rheinländer schon als Pänz, doch die Suche nach Majestäten ist schwieriger geworden. In den Hochburgen an Rhein und Ahr hat die Session 2011/2012 für einige Gesellschaften ohne Narrenadel begonnen. Warum sind Kandidaten für die Prinzenrolle so rar geworden? Die RZ hat sich umgehört. 
Mit einer Session ohne Majestät muss selbst die traditionsreiche Ahrweiler Karnevalsgesellschaft leben, die bisher immer eine Tollität proklamieren konnte. Udo Groß, zweiter Vorsitzender einer der größten Gesellschaften im Kreis Ahrweiler, macht sich seinen Reim drauf: „Da ist einmal die finanzielle Seite bei Kosten von rund 6000 bis 7000 Euro. Hinzu kommt, dass die Leute in ihren Jobs heute sehr eingespannt sind. Andere wiederum haben zwar das nötige Geld und würden auch gern, aber sie haben Angst vor der eigenen Courage und ein Problem damit, auf der Bühne zu stehen.“ Doch Groß ist  zuversichtlich. Für das Jubiläumsjahr 2013, in dem die AKG ihr 150-jähriges Bestehen feiern kann, wird der Narrenthron nicht verwaist sein. Und auch für 2014 und 2015 sieht es gut aus. Insofern komme kein Dauerproblem auf die KG zu. Ein Fünkchen Hoffnung haben die Ahrweiler Narren aber noch. Vielleicht findet sich bis zur Prunksitzung am 14. Januar ja noch ein(e) Kandidat(in).

    Ebenfalls in diesem Jahr ohne Herrschaft und Zepterschwingen: die KG Rot-Weiß Bachem. Auch hier spekuliert man auf die spontane Entscheidung in letzter Minute. Am 7. Januar wird proklamiert. „Theoretisch würde es noch funktionieren. Auch meine Frau und ich haben uns im vergangenen Jahr erst kurzfristig im Dezember entschieden und dann losgelegt“, meint der erste Vorsitzende Gilbert Maur, der als Ex-Majestät aus eigener Erfahrung weiß, welcher Aufwand mit dem Ehrenamt im Ornat verbunden ist. „Fast hätten wir für die neue Session einen Kandidaten gehabt, doch der hat den Job gewechselt und keinen Urlaub bekommen“, berichtet Maur. Drei Wochen im Ferienkalender sollte man für die Repräsentationspflichten schon einkalkulieren. Das  Prinzensuchkommando hatte es nicht leicht: „Der eine baut, der andere renoviert.“ Eine Regentschaft muss eben in die Lebensplanung passen.

    „Zwingen kann man schließlich niemanden“, sagt Rudi Dick von den Rheinhöhenfunken in Oedingen, die noch im vergangenen Jahr darüber jubelten, wieder ein Prinzenpaar zu haben. In diesem Jahr hat keiner „Ja“ gesagt. „Es wird immer schwieriger, Majetäten zu finden. Ich vermute finanzielle Gründe. Die Leute fahren lieber in Urlaub“, so Dick, der 2000 selbst eine besonders lange und deshalb auch teure Session zu bestehen hatte. „Für nächstes Jahr sieht es aber schon besser aus“, verriet er der RZ. Er selbst kann seine solche Erfahrung jedem mit Spaß an der Freud’ nur empfehlen: „Ich habe es nicht bereut.“

    Auf die Kinderprinzessin Nadine I. (Karlin) konzentrieren sich in Remagen alle Hoffnungen der närrischen Untertanen, denn eine erwachsene Tollität hat auch die Römerstadt nicht zu bieten. Achim I. hat abgedankt. Seit 2005 ist die Nachfolge hier nicht mehr in jedem Jahr eine sichere Sache. „Wir wollen das aber nicht zur Gewohnheit werden lassen“, erklärt der Vorsitzende  der KG Narrenzunft, Martin Dinkelbach. Für die darauffolgenden Sessionen gebe es wieder Anwärter. Die Gesellschaft denke außerdem darüber nach, ein Sponsoring zur finanziellen Entlastung des Ehrenamtes aufzubauen. Dass dieses Amt zu viel Zeit und zu viel Geld kostet, ist auch nach Meinung von Bianca Schmitt (Kripper Fente) ein Grund, warum es gegenüber früher schwieriger wird, eine Erwachsenen-Tollität zu proklamieren. Auch in diesem Jahr fehlt sie in Kripp. bea



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