Narren genießen fünf Stunden Fassenachtsspektakel

Heimbach-Weis - Fünf Stunden hausgemachte Unterhaltung, fünf Stunden Fassenacht vom Feinsten: So feierte Heimbach-Weis. Die Damensitzung der KG Weis bot zu Ehren Seiner Tollität Prinz Klaus I. und Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Johanna zahlreiche Höhepunkte.

  • Bevor das Abendprogramm startete, schlug die Stunde des Prinzenpaares samt Gefolge. Beim Ehrentanz ließen sich Prinzessin Johanna, Prinz Klaus, Hofnärrin Iris Richter-Brauneck (Foto) und Gefolge kräftig feiern. Foto: Niebergall

    (Foto: jn)

Unterm Strich sahen die Zuschauer in der gut gefüllten Festhalle zwar weniger Programmpunkte als bei manchem Möhnenball, dafür standen anstelle von witzigen Sketchen diesmal aufwendige Büttenreden - und die machten nicht nur Spaß, sondern taten manchmal auch ganz schön weh.

So war es Bärbel Birkenbeil, die als "Närrischer Polizist" den Startschuss in der Bütt gab. Gnadenlos sprach sie jedes Tabuthema an. Unter Paragraf I ging sie den "undichten Stellen" in der Deichwelle auf den Grund und versuchte sich in moderner Sprachwissenschaft: "Mit Pipifax ist das so: Das Fax gehört ins Büro. Und das andere nicht in die Küche." Aber auch das Wetter bekam sein Fett weg und ein Bekenntnis einer echten Heimbach-Weiser Fassenachtsseele obendrauf: "Mir Gecke sinn wetterfest." Zu Becks Pannen-Besuch im Heimathaus spiegelte die "Hospes" die wütenden Reaktionen des Bürgermeisters Rainer Kilgen: "In Roths Stellvertreter erwachte das Kill-Gen." Und schließlich gab es noch den üblichen Rundumschlag gegen Nachbarn aller Art - am liebsten natürlich gegen die Engerser.

Doch nicht nur sie war es, die den Finger in die Wunden der Stadt legte. Pascal Badziong als "Dä rasende Reporter" tat das aus seinem Blickwinkel als Pressemensch, während "Mäijel onn Mäijel" alias Michael Bleidt und Michael Kahn in alter Tradition umherziehender Bänkelsänger in ihrem Mix aus Gesang und Vortrag als Insider Dorfgerüchte unter die Lupe nahmen.

Von oben dagegen der Blickwinkel von Bärbel Ecker-Rust, die als "Engelche off de Erd" gelandet war und nun als Schutzengel eine ganz neue Perspektive bot. Sie war es auch, die die beiden schrulligsten Damen des Heimbach-Weiser Karnevals ankündigte. "Martha und Berta haben Petrus einen Tinnitus geschwätzt und sind dafür aus dem Himmel geflogen", verkündete sie unschuldig und zitierte auch gleich die Reaktion der beiden Seniorinnen: "Auferstehung ist, und wir zwei sind die Ersten."

Auf der Bühne waren sie es indes nicht, denn Martha und Berta, alias Ute Bresgen und Elke Thon, haben auf der Damensitzung stets ihren Auftritt in Finalnähe. Gerüchte besagten allerdings, dass ihr Rauswurf aus dem Paradies eher mit Fremdgehen als mit Vollschwätzen zusammenhing, waren die beiden doch in dieser Session schon als Botschafterinnen des Heimbach-Weiser Karnevals in Neuwieder Hallen gesichtet worden.

Nicht nur Gerede machte den Abend aus, auch die tänzerischen Einlagen sorgten für Hochstimmung. Die Prinzengarde Rote Funken Weis marschierte zu Ehren des Prinzenpaares auf, die Bailandos heizten ein, und die Dancing Teens der Weiser Möhnen glitzerten im Rampenlicht. Die Funkenmariechen strahlten zum "Fluch der Karibik", die Tanzgarde der KG Weis und auch das Ballett der Weiser Möhnen wurden frenetisch gefeiert.

So eingestimmt, empfing das Publikum zum großen Finale "The New Entertainer" Mike "Häsje" Schmidt mit seinem lustigen Backgroundchor, um schließlich gemeinsam auf der Bühne ein großartiges Programm und ein gut gelauntes Prinzenpaar zu feiern.

Von unserer Mitarbeiterin Andrea Niebergall

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