"Lieblingsfeinde" bekamen Fett weg

Montabaur - Woran erkennt man, dass in Montabaur der Karneval ausgebrochen ist? Ganz einfach: Es wird noch häufiger als sonst über die "Lieblingsfeinde" aus Eschelbach und Limburg gelacht. Am Samstagabend war es wieder einmal so weit.

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    Die Faszination der Schlossgarde Mons Tabor ist ungebrochen. "Ihr werdet ja jedes Jahr mehr", rief Sitzungspräsident Gerd Schlemmer den Aktiven begeistert zu. Der Nachwuchs legte am Samstagabend gleich zwei flotte Tänze aufs Parkett. Fotos: Thorsten Ferdinand

    (Foto: Thorsten Ferdinand)
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    Mathildchen nahm bei schmutzigen Witzen kein Blatt vor den Mund.

    (Foto: xyz)

In der Stadthalle "Haus Mons Tabor" stieg die große Kappensitzung der GK Heiterkeit. Vor allem in Sachen Show- und Gardetanz hatten die Kreisstädter eine Menge zu bieten. Das Programm dauerte trotz knapp gehaltener Zugaben rund fünf Stunden und war somit äußerst kurzweilig.

Nach einer furiosen Session mit Prinz Patrick im vergangenen Jahr müssen die Montabaurer dieses Mal ohne närrischen Regenten auskommen. Der vormalige Prinz ist nun allerdings Mitglied des Elferrats und ließ es sich auch dieses Mal nicht nehmen, einige Stimmungslieder mit der Schlossgarde Mons Tabor und den Jecken im Saal anzustimmen. "Ihr werdet ja jedes Jahr mehr", rief Sitzungspräsident Gerd Schlemmer der Truppe von Kommandant Carsten Irrgang zu. Selbst in der großen Stadthalle füllte die prachtvolle Garde die Bühne mit ihren Tanzdarbietungen locker aus.

Doch zurück zu den "Lieblingsfeinden": Sollten am Samstag überhaupt Eschelbacher im Saal gewesen sein (in dem Montabaurer Stadtteil lief zeitgleich deren eigene Sitzung), so mussten sie sich des Öfteren eine gewisse geistige Schwerfälligkeit nachsagen lassen. Wann immer eine Pointe mit leichter Verzögerung zündete, lautete die närrische Frage: "Sind hier etwa Eschelbacher im Saal?"

Für viele Lacher sorgten unter anderem die beiden Originale Hubert Schwickert und Friedel Wiesenmeyer, Andrea Hoffmann alias "Mathildchen" und auch die karnevalistischen Nachwuchskräfte Chris und Patrick mit ihren Büttenreden. Holger Rech aus Höhr-Grenzhausen punktete als einfacher Hausmeister auf einer "Feier für feine Pinkel" mit seinem schlagfertigen Humor. Die Montabaurer Jecken bat er, vor dem Toilettengang auf einer Liste anzukreuzen, ob sie einen "Bach" oder einen "Haufen" machen müssen - Ordnung muss schließlich sein.

Eine pointierte und herrlich selbstironische Vorstellung bot der Bauchredner Christoph Quernheim aus Limburg, der sich von seinem Spürhund Franz-Josef charmant blamieren ließ. In Montabaur konnte er natürlich besonders mit seinen Witzen über die hessischen Nachbarn punkten. So berichtete Quernheim unter anderem von einer ungewöhnlichen "Organtransplantation", bei der die Ohren eines Montabaurer Unfallopfers an den Kopf eines Limburgers verpflanzt wurden. Nach wenigen Tagen stießen die offenbar überlegenen Spenderohren den Körper ab.

Von durchgehend hoher Qualität waren auch die Showtänze. Zu Beginn heizten die Sun Dancers aus Ebernhahn als flotte Punk-Girls im Saal ein. Die Schustergirls der Montabaurer Feuerwehr wirbelten als fesche Bayerinnen durch die Halle und zersägten dabei sogar Holzstämme im Takt der Musik. Sportlich ging es beim Männerballett der Feuerwehr zu: Als Matrosen verkleidet zeigten die Hupfdols gewagte Hebefiguren, bei denen in luftiger Höhe Liegestützen dargeboten wurden. Einen reizend-erotischen Tanz präsentierten schließlich die jungen Frauen der Montabaurer Schautanzgruppe zur Musik von "Moulin Rouge".

Es war schon deutlich nach Mitternacht, als die GK Heiterkeit zum Finale rief. Peter Flanz, Friedel Wiesenmeyer, Patrick George und der diesjährige RZ-Ordensträger Christoph Kunoth sangen mit den Narren und wurden dabei von Dirk Günster am Klavier begleitet. Sitzungspräsident Gerd Schlemmer konnte sich bei allen Aktiven und den Helfern im Hintergrund für einen gelungen Abend bedanken.

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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