Mainz - Das für Rosenmontag erstmals in Mainz geplante Glasverbot auf dem Schillerplatz hat sich in Köln bereits bewährt. Das bestätigen sowohl die Stadt als auch der Kölner Express im Gespräch mit unserer Zeitung.
"Mehr Spaß ohne Glas" heißt das Konzept, das die Stadt Köln vor zwei Jahren in Kooperation mit der Polizei und dem Festkomitee Kölner Karneval entwickelt und umgesetzt hat. Seither gilt ein Glasflaschenverbot für die Bereiche Altstadt und Zülpicher Viertel, einem beliebten Studentenquartier, an drei närrischen Tagen: an Altweiberfastnacht von 8 Uhr bis 8 Uhr morgens am nächsten Tag, am Karnevalssamstag von 18 Uhr bis 8 Uhr am Sonntag sowie am Rosenmontag von 18 Uhr bis 8 Uhr am Dienstag. Das Glasverbot beschränkte der städtische Ordnungs- und Verkehrsdienst am Samstag und Montag auf die Abend- und Nachtstunden, weil es während der Umzüge erfahrungsgemäß wenig Probleme mit Glasscherben gegeben hat, erläuterte Katja Kruck von der zuständigen Behörde.
Das Kölner Glasverbot betrifft sowohl die Besucher als auch die Gaststätten- und Kioskbetreiber. Und das sorgte für Ärger. Denn die Trinkhallenbetreiber befürchteten Umsatzeinbußen und klagten gegen die Einführung des Verbots. Doch vergeblich. Als Ausgleich erlaubte die Stadt ihnen den Ausschank von Fassbier.
"Das ist inzwischen eine unbestrittene Erfolgsgeschichte", berichtet Chris Merting, Redakteur beim Kölner Express. "Das Problem mit den vielen Schnittverletzungen ist drastisch zurückgegangen und das Erscheinungsbild auf den Straßen hat sich deutlich verbessert. Es sieht hier nicht mehr aus wie auf einer Müllkippe."
In Köln achten Mitarbeiter des Ordnungsamtes darauf, dass die Jecken die Regelungen befolgen. Sie sprechen die Besucher an und greifen bei Bedarf auch durch. Vor dem Betreten der beiden glasfreien Zonen haben die Besucher die Möglichkeit, ihre mitgebrachten Glasflaschen in Containern zu entsorgen und den Inhalt in Plastik- oder Pappbecher umzufüllen.
Das ist auch in Mainz vorgesehen. Allerdings werden die Besucher am Schillerplatz schon während des Umzugs gebeten, ihre Getränke umzufüllen, erläutert Kay-Uwe Schreiber von der Zugleitung des Mainzer Carneval-Vereins (MCV). Zudem wird es in Mainz kein Glasverbot geben. Vielmehr werden die Besucher gebeten, die Flaschen abzugeben. "Wir wollen nicht verbieten, sondern steuern und das Ausmaß der Scherben reduzieren." Wie berichtet, wollen Stadt, Polizei und MCV am Rosenmontag erstmals ein "Glasverbot" am Schillerplatz testen.
Von unserem Redakteur Armin Thomas