Neuwied - Wenn die Ehrengarde der Stadt Neuwied Karneval feiert, dann gibt's einen Höhepunkt des Abends stets am Anfang:
Mit großem Getöse und viel Stil marschierten auch dieses Jahr alle vier Korps der Ehrengarde stolz ins Heimathaus ein, um die Gardesitzung einzuläuten. Piccolos, Aktive, Reservisten und Ehrenoffiziere zeigten sich von ihrer besten Seite. Die Moderatoren Fredi Winter und Robert Raab marschierten mit ein und bewiesen sogleich, dass sich die Ehrengarde in keinem Korps Personalsorgen machen muss. Beim vorangegangenen Sektempfang der Garde hatten die Ehrenoffiziere Notar Dr. Marc Bohr zum neuen Offizier ernannt, und der durfte sogleich erstmals mit einmarschieren.
"Angesichts der derzeitigen politischen Entwicklungen in der Stadt ist es gar nicht so schlecht, wenn man einen Juristen dabeihat", witzelte Kommandeur Manfred Wertgen. "Und ansonsten haben wir ja mit Norbert Kohns auch einen Pastor dabei. Dann hilft eben einfach nur noch beten."
Dass die Mitgliedschaft in der Ehrengarde familienfreundlich ist, bewiesen die Piccolos, die mit ihrem Tanz den ersten Auftritt des Abends absolvierten. "Das Allerbeste, was wir zu bieten haben, kommt zuerst", betonte Wertgen und ließ die bunt gemischte Kindergruppe antreten. Dann starteten die Gardisten mit Elan ins abendfüllende Programm, das musikalisch erstmals von Torsten Härig begleitet wurde.
Markus Schröder nahm als Protokoller wieder einmal das Geschehen des vergangenen Jahres unter seine kritische Lupe und blies so manchem Übeltäter ungeschminkt den Marsch. Diese Ehrlichkeit scheint in der Verwandtschaft zu liegen, holte auch Ruhrkumpel Hans-Martin Schröder zum Rundumschlag aus - natürlich nicht ohne sein Lieblingsthema "Deichwelle". Mit einer ganz neuen Idee hatten Die Drei vom Geländerverein (Günther Kutscher, Robert Raab und Fredi Winter) die Lacher auf ihrer Seite. Sie hatten sich mit Kreiskantor Thomas Schmidt zusammengetan und taten als Die drei Baritöne in Frack und Lack gesanglich ihre Meinung kund.
Daneben gab es eine gerüttelte Anzahl tänzerischer Höhepunkte, die von der Ersten Deichstadttanzgarde über die Aktiven der Ehrengarde und die Stadtsoldaten "Rut-Weiß" Linz bis hin zu den grün-weiße Jonge und Mädcher des Bürgervereins Grün-Weiß Heddesdorf reichte. Zudem gab sich auch das Neuwieder Prinzenpaar Karl-Heinz und Christa rechtzeitig die Ehre, um die finalen Höhepunkte mitzubekommen: Bauchredner Roger Brink mit seiner kessen Puppe Kai hat schon mehrfach das Neuwieder Publikum begeistert. Und dass die Tänzer des TSC Rheinfeuer Koblenz finaltauglich sind, hatten sie schon 2011 eindrucksvoll bewiesen. Auch diesmal sorgten sie mit ihrem riesigen Material- und Personalaufwand und der perfekten Inszenierung ihres Mottos "Schulfrei mit Hurra, Australien wir sind da" für Furore und eine perfekte Überleitung zum großen Finale als Abschluss eines gelungenen Sitzungsabends.
Von unserer Mitarbeiterin Andrea Niebergall