Engers - Schlossstraße, Bahnhof, Häuser zu verkaufen - schon das Bühnenbild stimmte auf das Spiel ein, zu dem die Große Engerser Karnevalsgesellschaft eingeladen hatte. Dass bei diesem Engersch-Monopoly nicht nur die einheimischen Fastnachtsgrößen, sondern auch Auswärtige mitmischten, versteht sich von selbst. Schließlich war im Flecken einiges zu holen: Applaus, Raketen und vielfach ein "dreifach donnerndes Helau".
Während eine rotberockte Jury sämtliche Spielzüge überwachte, schickte Sitzungspräsident Gerd Langer die Teilnehmer in den Parcours, und die gaben tanzend, singend und reimend, mit Putzlappen, Paddeln und Rollator ihr Bestes, um weit nach Mitternacht die Ziellinie zu erreichen. Dabei nahmen sie wie Protokoller Michael Schneider die lokale und Neuwieder Politik ins Visier. Eine Kostprobe: "Der Hillesheim muss fristlos weg und das ratzfatz, denn sowas ist kein Pipifax."
Über die Zukunft von Engers philosophierten in unnachahmlicher Art die Putzfrauen aus Ost und West (Gaby und Conny Keuler): "Gewinnen können se nich, die Jungs vom FVE, aber Dreck machen tun se wie die Profis". Probleme anderer Art hat das Nachwuchstalent Aline Langer als Tochter eines "Elferräters": Denn das sei eine spezielle Rasse, "krumm und schief, mit hohle Kopp und dicke Ranze", und sollen sie was schaffen, tut ihnen alles weh, "dem einen der Kopp, dem annern das Knie".
Während sich die M & Ms (Maik Fischer, Manuel Frömberg), Mitglieder der Prostata-Selbsthilfegruppe "Tröpfchen für Tröpfchen", für ein gemütliches Männerschwätzchen über ihre "Schatzis" (setzt sich zusammen aus Schaf und Ziege) niederließen, nutzten es die betagten Damen der Turnvital-Seniorengruppe (Anne Möhrle/Gabi Korb-Wambach) als Fitnessgerät für ihren "Tabledanse für Oldies". Weil Schwarz so einen schlanken Fuß macht, hat sich Gabi in einen "black swon" verwandelt und übt mit ihrer bald 80-jährigen Freundin diverse Gymnastikpositionen: "Ein Bein vor, das andere zurück - das ist die AZ-Stellung (AZ= A... zu)."
Vor dem Altwerden stehen indes die Wechseljahre und ihre Folgen, mit denen sich Petra Myke bestens auskennt und deshalb den älteren unter den Narren ans Herz legte: "Habt nur Mut, wir Älteren glühen mitunter höllisch gut".
Das Dilemma mit der Gewichtszunahme teilte sie mit Kreuzfahrtgewinnerin Anja Weber, die an Bord nur den Kaviar vermisste: "Dafür gab's tolle Brombeeren, aber die haben nach Fisch geschmeckt." Toll waren beim Engersch-Monopoly auch die Tanzgruppen: Da präsentierte die Showtanzgruppe der Dancing-Girls gekonnt eine funkelnde Michael Jackson-Hommage, das Männerballett stach mit einem Matrosen-Medley in See, während die Stewardessen und Piloten der Deichstadt-Tanzgarde im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft gingen - auch die Crazy Girls (Mülhofen) starteten mit ihren Airlines durch.
Ganz bodenständig entführten die Fantastischen 10 (Mülhofen) um ihren Cheftänzer Björn Kuppler die Narren nach Afrika, während für den Tanzsportclub Neuwied Westernzeit angesagt war. Und natürlich durften auch die Tänzerinnen der Dancing-Girls-Garde nicht fehlen.
Bei diesem Spiel fehlten eigentlich nur noch ein Prinz und eine Obermöhn. Auf die hoffen Möhnenverein und GEK für das nächste Jahr.
Von unserer Mitarbeiterin Michaela Kieffer