Mainz - So. Jetzt ist auch ein Kinderprinz in Amt und Würden. David I. heißt er.
Im richtigen Leben David Seitz, neun Jahre ist er alt und geht in die 4. Klasse der Martinusschule, schauspielert in der Theater-AG, singt im Domchor spielt gerne mit Lego und hält sich mit Schwimmen für den Bonbon-Weitwurf fit. Ideale Amtsvoraussetzungen also für den stressigen karnevalistischen Job. Am Mittwochabend wurde er vom "ständigen Vertreter des Oberbürgermeisters" Günter Beck und Richard Wagner, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), inthronisiert.
Zwar war der Rahmen im Valencia-Zimmer im Vergleich zur Prinzenpaar-Kür am Montagabend im Schloss vergleichsweise spärlich, doch der neue, kommissarische erste Mann der Stadt befand, dass man darüber noch mal reden müsse. Närrischer Nachwuchs-Adel gehöre gefälligst ebenso pompös gefeiert, so der ebenfalls bekennende Lego-Freund.
Und der quirlige Sohn von MCV-Sitzungspräsident Guido Seitz reimte dem Stellvertreter auch gleich was vor: "Kinderprinz in Mainz am Rhein ist schöner als Bürgermeister sein." Na bitte. "David, ich könnte dir ja jetzt auch sagen, warum ich das ändern will..." konterte der OB-Kandidat, nachdem er ihm ihn mit Prinzenkapp und der MCV-Chef ihn mit Zeremonienstab ausgestattet hatte.
David beerbt Dennis Schmidt, der das Kinderprinzenamt mit fünf Jahren - pardon - Kampagnen überdurchschnittlich lange innehatte und seine närrische Karriere jetzt als Trommler bei der Garde der Prinzessin fortsetzt.
Während es ein "großes" Prinzenpaar" nur zu besonderen Anlässen und Jubiläen gibt, amtieren in jeder Kampagne Kinderprinz oder -prinzessin. Vor allem auch für den inzwischen größten Jugendmaskenzug Europas, der im Übrigen nicht vom MCV, sondern von der Touristik-Centrale ausgerichtet wird, den es seit 1957 gibt und dessen Vorbereitungen vom Bildungsministerium längst als "schulische Veranstaltungen" anerkannt sind. jo