"Bälzer Knorrköpp" lassen es zum 111. richtig krachen

Boppard - „Bälzer Knorrköpp wunderbar, auch im 111. Jahr“ – das Motto der Knorrköpp war bei der Jubiläumssitzung Programm. Schon die Eröffnung hatte Klasse: Gemeinsam mit der Jugendgarde zog der festlich gekleidete Elferrat in die Stadthalle Boppard ein.

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Sitzungspräsident Fred Werner begrüßte das närrische Publikum und übergab dann das Wort an einen altbekannten Urbälzer weiter. Schellemann Michael Günster, der auch die Bühne gestaltet hatte, kündigte das Prinzenpaar an. Mit seinem Hofstaat und der Bälzer Garde betrat das Prinzenpaar Jürgen I. und Sylvia I. vom tanzenden Balz die Narrhalla. Was folgte, war ein flottes Tänzchen mit verschiedenen Showeinlagen. Damit eroberten das moderne junge Prinzenpaar und sein prächtiges Gefolge die Herzen des Publikums im Sturm.

Mit „99 Luftballons“ und „Sternenhimmel“ erinnerten die Schellemänncher an die Zeit der Neuen Deutschen Welle. Den großen Schritt direkt vom Himmel in die Bopparder Stadthalle wagte Gott Jokus alias Rudolf Neiser. In seiner typischen Manier verteilte er seinen „Segen“ über Boppard, Bad Salzig und so manchen deutschen Politiker. 15 kleine Mickymäuse, rot-weiß-getupft mit großen schwarzen Ohren, fegten gleich darauf über die Bühne. Die süßen Häwestillcher zeigten wieder, dass sich die Bälzer um den Nachwuchs keine Sorgen machen müssen. Die Bälzer Goldkehlchen, die singende Abteilung der Knorrköpp, animierte mit ihren tollen Texten zu altbekannten Melodien das Publikum zum Mitsingen, soweit das angesichts der Lachsalven überhaupt möglich war. Immer wieder montags wird es ab sofort in den Ohren der Bopparder Stadtvertreter dröhnen.

Auch die Jugendgarde zeigte Präzision und Ausdruck. Die Musik von Katy Perry inspirierte die jungen Damen zu einem schwungvollen Gardetanz. Kalle vom Bau alias Michael Günster hatte sich für den Abend extra in Schale geworfen, sozusagen als Bauarbeiter de luxe. In seiner unnachahmlichen Art berichtete er von den großen und kleinen Hindernissen, die sich auf dem Bau und in der Familie so auftun. Die Bälzer Garde begeisterte mit einem Gardetanz, der eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass aus den jungen Mädchen echte Ladys geworden sind.
Nach der Pause berichtete Kurt Stumm über seine Schwierigkeiten mit dem Kurschatten und den in Trester aufgelösten Tabletten und Zäpfchen. So ein Theater gab es selten bei den Knorrköpp-Sitzungen – Wiederholung erwünscht. Und auch die Scherwelcher haben sich zu einem tollen Ballett entwickelt, die einen perfekten Stepptanz aufs Parkett legten. Weiter ging's im Hause Kettsche. Lena (Leni Thielen) und Kettsche selbst (Kerstin Bußmann) bekamen dabei ordentlich ihr Fett weg. Oder besser: ihre „Muss o Schoggolaa“.

Für die beliebten Schunkler war wieder Mike Rüdel zuständig. Der Routinier hatte das Publikum jederzeit im Griff. Den Titel „Männerballett mit dem höchsten Gesamtgewicht“ sind die Bälzer Jungs allerdings wohl erst mal los. Gingen sie doch glatt als fesche Piratinnen durch.

Anschließend gerierte sich Charlie Simonis als boshafter Rentner, als seine Tochter dem nörgeligen Alten das Enkelkind anvertraute. Mit guten Manieren ist bei der Kleinen wohl nicht mehr zu rechnen. Fürs Jubiläumsjahr hatte der Verein weder Kosten noch Mühen gescheut, um die Truppe auf die Bälzer Bühne zu holen. Mit auf eine Zeitreise wurden die Zuhörer dann von den Les Humphries Singers genommen. Mit ihrem Medley rissen die Blumenkinder das Publikum mit, bevor zum Anbeißen leckere Sahneschnittchen aus der riesigen Jubiläumstorte kletterten. Das Bälzer Showballett servierte einen mitreißenden Tanz.

Gegen 0.30 Uhr bat Sitzungspräsident Fred Werner noch einmal alle zum großen Finale. Nach sieben Jahren an der Spitze der Knorrköpp verabschiedete er sich von seinem Publikum. Im nächsten Jahr wird ein Neuer die närrischen Veranstaltungen leiten. Am Samstag, 28. Januar, geht's weiter.

Wer Karten haben möchte, kann das Ticket im Weingut Engels-Weiler reservieren lassen.

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