„Buga Olau“: „Blaue Bütt“ treibt irre Blüten

Koblenz - Dirk Zimmer ist – wie so oft – sehr gut drauf: „Ja, das war ein super Jahr fürs Kabarett in Koblenz“, sagt der Schauspieler freudestrahlend: „Die Buga naht, die ganzen Baustellen in der Stadt, jetzt noch das Hochwasser – Themen haben wir mehr als genug“, lässt er sich bei der Vorbereitung auf die alternative Koblenzer Karnevalssitzung „Blaue Bütt“ in die Karten schauen.

  • Er ist das Aushängeschild der „Blauen Bütt“ und stets Herr der Lage auf der alternativen Narrenbühne: Sitzungspräsident Volker Weininger.

Dirk Zimmer führt wieder Regie bei der kontranärrischen Revue im Café Hahn, derzeit steckt er aber noch mitten in der Konzept- und Schreibphase. Die richtige Zeit also, um sich über die Inhalte der neuen Show zu unterhalten.

Gerade vor ein paar Tagen konnte sich Dirk Zimmer gemeinsam mit seinem Schauspielkollegen Markus Kirschbaum schon mal in karnevalistische Gefilde vortasten – als Willi und Ernst waren sie einer der Programmpunkte bei der offiziellen Koblenzer Prinzeninthronisation. „Das hat viel Spaß gemacht“, sagt Zimmer, auf den noch der eine oder andere „echte“ närrische Auftritt zukommt.

Auch bei der „Blauen Bütt“ steht er gemeinsam mit Kirschbaum als Rentner-Duo Willi und Ernst auf der Bühne. Dennoch ist die Ausgangslage im Café Hahn eine andere, eben alternativ: „Was wir da machen, hat viel mit dem Ursprung des Karnevals zu tun: Wir veräppeln die Obrigkeit, reden Tacheles. Dabei ist das natürlich auch eine Persiflage auf den Karneval.“

Sitzungspräsident mit Bierdurst

Gardetanz und klassische Büttenreden gibt es bei der „Blauen Bütt“ zwar nicht. Dafür aber einen Sitzungspräsidenten, den sich kein echter Karnevalsverein wünschen würde. Volker Weininger spielt wie immer den einem kühlen Bierchen sehr zugetanen Anführer der frechen Narrenhorde. Statt eines Elferrats auf der Bühne wird das Präsidium bei der „Bütt“ von Elektroprinz Roberto Capitoni und dem schon etwas gebrechlichen Alterspräsidenten Heri Lehnert komplettiert. Wieder mit dabei: das „Tanzorchester Güls“. Christian Weller leitet die Liveband.

Dirk Zimmer freut sich drauf – nicht nur wegen der Themenfülle: „Wir haben diesmal ein richtiges Schauspielensemble beisammen – Tammy Sperlich, Bruno Lehan und Nadeem Ahmed sind dabei, vielleicht kommt sogar noch jemand dazu. Das gibt uns die Möglichkeit, richtige Szenen zu spielen, kleine Sketche, die Koblenzer Begebenheiten aufgreifen.“

Gartenschau spielt zentrale Rolle

Natürlich spielt die Bundesgartenschau auch beim „Bütt“-Spott eine zentrale Rolle: „Wir wollen uns aber nicht nur damit beschäftigen, was bei der Buga los ist. Sondern auch damit, was hinterher passiert – was sagen denn die Kowelenzer am 15. Oktober?“ Zimmer liebt es außerdem, große Themen ins Kleine zu ziehen – „Stuttgart 21“ zum Beispiel: „Bei uns wird der Rhein tiefergelegt.“ Warum? „Einfach mal so. Man hätte keinen Bahnlärm mehr, und man bräuchte auch keine Brücke am Mittelrhein.“

Auch an einem „Kowelenz-Test“ arbeitet Zimmer: „Was muss ein Koblenzer wissen, um Touristenfragen zu beantworten? Also zum Beispiel: Wie geht es zum Deutschen Eck? Und drei Spieler der TuS-Mannschaft von 1968/1969 sollte man mindestens kennen.“

Von unserem Redakteur Tim Kosmetschke

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